Lexikon Naturstein
Arten von Naturstein
Naturstein ist ein über Millionen von Jahren gewachsenes Gestein. Je nach Entstehung unterscheidet man magmatische, sedimentäre und metamorphe Gesteine. Für Bau- und Wohnbereiche im Münsterland werden vor allem folgende Natursteinarten verwendet:
Granit ist ein magmatisches Tiefengestein und zählt zu den härtesten Natursteinen. Er ist äußerst widerstandsfähig gegenüber Kratzern, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen.
Typische Einsatzbereiche sind Küchenarbeitsplatten, Treppen, Fensterbänke, Fassaden und stark beanspruchte Bodenflächen.
Marmor entsteht durch Umwandlung von Kalkstein unter hohem Druck und hoher Temperatur. Er zeichnet sich durch lebendige Maserungen und eine elegante Optik aus.
Marmor wird vor allem im Innenbereich eingesetzt, etwa für Böden, Bäder oder Wandverkleidungen. Da er kalkhaltig ist, reagiert er empfindlich auf Säure.
Sandstein ist ein Sedimentgestein mit natürlicher, warmer Ausstrahlung. Er wird häufig im Außenbereich verwendet, beispielsweise für Fassaden, Treppen oder Gartenanlagen. Seine Offenporigkeit erfordert eine fachgerechte Imprägnierung.
Kalkstein ist ein weicherer Naturstein mit ruhiger, homogener Optik. Er wird häufig im Innenbereich eingesetzt. Aufgrund seiner Empfindlichkeit gegenüber Säure ist eine angepasste Pflege wichtig.
Schiefer ist ein metamorphes Gestein mit charakteristischer Schichtung. Er eignet sich für Boden- und Wandflächen im Innenbereich sowie für Fassaden oder Dachdeckungen. Seine natürliche Struktur sorgt für eine markante Optik.
Quarzit ist sehr hart und widerstandsfähig. Optisch ähnelt er teilweise Marmor, besitzt jedoch die Robustheit von Granit. Er eignet sich besonders für stark beanspruchte Bereiche.
Lexikon Naturstein
Naturstein ist ein über Millionen von Jahren gewachsenes Gestein. Je nach Entstehung unterscheidet man magmatische, sedimentäre und metamorphe Gesteine. Für Bau- und Wohnbereiche im Münsterland werden vor allem folgende Natursteinarten verwendet:
Beim Abschleifen wird die oberste Schicht des Natursteins kontrolliert abgetragen. Ziel ist es, Kratzer, Laufspuren, Unebenheiten oder matte Bereiche zu entfernen. Das Schleifen erfolgt in mehreren Körnungen, abgestimmt auf Gesteinsart und Schadensbild. Es bildet häufig die Grundlage für weitere Oberflächenveredelungen.
Die Kristallisation ist ein Verfahren zur Oberflächenverdichtung bei kalkhaltigen Natursteinen wie Marmor oder Kalkstein. Durch eine chemisch-mechanische Reaktion wird die Oberfläche gehärtet und erhält einen natürlichen Glanz. Dabei entsteht keine aufliegende Beschichtung, sondern eine Verdichtung der vorhandenen Struktur.
Beim Polieren wird eine hochglänzende Oberfläche erzeugt. Dies geschieht durch feine Schleifstufen oder spezielle Poliermittel. Polierte Flächen wirken repräsentativ, sind jedoch empfindlicher gegenüber Kratzern und Säure.
Gebürstete Oberflächen entstehen durch mechanisches Bearbeiten mit speziellen Bürsten. Dabei werden weichere Bestandteile leicht abgetragen, wodurch die natürliche Struktur des Steins stärker hervorgehoben wird. Die Oberfläche wirkt lebendig und erhält eine angenehme Haptik.
Beim Flammen wird die Oberfläche mit hoher Hitze behandelt. Dadurch platzen kleinste Partikel ab, und es entsteht eine raue, rutschhemmende Struktur. Diese Technik wird häufig im Außenbereich eingesetzt, etwa bei Treppen oder Terrassenplatten.
Eine Imprägnierung schützt Naturstein vor dem Eindringen von Wasser, Öl und Schmutz. Das Mittel dringt in die Poren ein, ohne eine sichtbare Schicht zu bilden. Die Atmungsfähigkeit des Steins bleibt erhalten.
Im Gegensatz zur Imprägnierung bildet eine Versiegelung eine geschlossene Schutzschicht auf der Oberfläche. Sie bietet erhöhten Schutz, verändert jedoch die natürliche Haptik des Materials.
Beim Verfugen werden die Fugen zwischen Naturstein- oder Fliesenbelägen fachgerecht geschlossen. Fugen gleichen Spannungen aus, schützen vor Feuchtigkeit und tragen wesentlich zur Gesamtoptik bei.
Elastische Fugen mit Silikon werden in Anschlussbereichen eingesetzt, etwa zwischen Wand und Boden oder an Übergängen zu Sanitärobjekten. Sie nehmen Bewegungen auf und verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit.
Entkopplungssysteme werden zwischen Untergrund und Natursteinbelag eingebaut. Sie reduzieren Spannungen und verhindern, dass Risse aus dem Estrich in den Belag übertragen werden.
Beschädigte Natursteine können partiell ersetzt oder ergänzt werden. Dabei werden passende Materialien ausgewählt und formgenau eingearbeitet, sodass das Gesamtbild erhalten bleibt.
Bei Grabmalen oder beschrifteten Natursteinen können Schriftzüge ergänzt oder nachgearbeitet werden. Dabei wird auf Schriftbild, Tiefe und Abstand geachtet, um eine harmonische Ergänzung zu gewährleisten.
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Fachbegriffe rund um Naturstein
Rund um Naturstein begegnen Bauherren und Eigentümern zahlreichen technischen Begriffen, die Planung, Verarbeitung und Pflege betreffen. Wer diese Begriffe versteht, kann Materialentscheidungen besser einordnen und Ausführungen nachvollziehen.
Die folgenden Erläuterungen geben einen kompakten Überblick über wichtige Fachausdrücke aus der Praxis.
Eine Abdichtung verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in Baukörper und Untergrund. Besonders wichtig ist sie bei bodengleichen Duschen, Balkonen und Terrassen.
Die Aufbauhöhe beschreibt die Gesamtdicke eines Bodenaufbaus inklusive Estrich, Dämmung, Heizungssystem und Belag. Sie ist vor allem bei Sanierungen im Altbau entscheidend.
Entkopplungssysteme reduzieren Spannungen zwischen Untergrund und Belag. Sie verhindern Rissübertragungen bei Naturstein- oder Großformat-Fliesen.
Estrich bildet die tragende Grundlage für Bodenbeläge. Er muss trocken, eben und rissfrei sein, bevor Naturstein oder Fliesen verlegt werden.
Eine Imprägnierung dringt in den Stein ein und reduziert die Aufnahme von Wasser und Schmutz, ohne die Atmungsfähigkeit vollständig zu versiegeln.
Ein Verfahren zur Verdichtung kalkhaltiger Natursteine wie Marmor. Es erzeugt natürlichen Glanz und erhöht die Widerstandsfähigkeit.
Rutschhemmende Oberflächen sind insbesondere im Außenbereich, bei Treppen oder in Duschen notwendig. Geflammte oder gebürstete Oberflächen bieten mehr Sicherheit.
Großformatige Fliesen mit besonders großen Abmessungen. Sie reduzieren Fugenanteile, erfordern jedoch absolut plane Untergründe und präzise Verarbeitung.
Gefälle sorgt für kontrollierten Wasserabfluss. Im Außenbereich sowie in Duschen ist eine exakte Planung zwingend erforderlich.